Montag, 5. August 2013

Konstantin Casper Gropper

Gestern wurde durchaus zu Recht angemahnt in diesem Blog meiner musikalischen Leidenschaft häufiger zu frönen. Das mit einem gewissen Unterton, der mir wohl sagen wollte: Lesen tun ja die wenigsten unter uns.

Wie es der Zufall so will. Ich fahre gerade durch meine Heimatstadt und höre in Ermangelung weiterer Alternativen NDR 2. Da werde ich doch durch den neuen Casper-Song "Ascheregen" hellwach. Was freue ich mich auf lange Autobahnfahrten, bei denen ich dieses Lied in Dauerschleife laut laufen lasse und mitbrülle. Ihr doofen BMW-Audi-Volvo-Opel-Schnellraser. Jetzt könnt Ihr mich mal, ärgern werde ich mich nicht. Denn ich habe Casper:




Mein Sommersong des Jahres!

 Wobei bei dem Song deutlich hörbar nicht nur Casper am Werke ist, sondern auch ein wirkliches Genie der deutschen Popmusik, nämlich Konstantin Gropper. Unvergessen sein Auftritt bei "Roche und Böhmermann" bei dem er nicht nur alle an die Wand gesoffen sondern vor allem die Show gestohlen hat. Aber zurück zur Musik. Get Well Soon. Muss man dazu wirklich noch mehr sagen...?

Ich fürchte schon. Zwar lieben die Kritiker diese wunderbare "Band". Ansonsten ist Konstantin Gropper doch noch ziemlich unbekannt (nicht mal die blöde Charlotte Roche kannte den, aber immerhin die schöne Jessica Schwarz). Deshalb an dieser Stelle ein ohrenbezauberndes Lied des Tontüftlers:


Er selbst sagt im Musikexpress dazu: " Zu diesem Album kann das Millionärssöhnchen im Cabrio sein Baby-Doll durch die Berge um den Gardasee kutschieren, er kann aber auch im richtigen Moment die Medikamente absetzen und ab durch die Leitplanke."

Ich liebe diesen Song, ich mag das Album. Die Tonschnipsel sind betörend. "I hear the voices... what do you think, what I´ve done..." Hach. 

Außerdem verspreche ich an dieser Stelle, mehr über meine augenblickliche Lieblingsmusik zu posten.




Sonntag, 4. August 2013

Stefan macht da weiter, wo Paula aufhört

Neulich habe ich über die vergebliche "Sinnsuche" von Paula Lambert geschrieben. Leider hat sie keinen passenden Partner fürs Leben gefunden. Bei Stefan Schwarz ist das anders. Er hat beinahe zwei Freundinnen gehabt, konnte tatsächlich noch die eine und dann die andere Frau für sich begeistern, um mit ihr eine Familie zu gründen, wie er selber in seiner Kolumne im "Magazin" informiert hat. Tja und genau mit der Gründung seiner Familie fängt für uns Leser der Spaß an. Ob in seiner Textsammlung "Mann in Not" oder in "War das jetzt schon Sex", immer wieder trifft der Leipziger ins Schwarze. Zum Beispiel, wie er zu Vorsicht mahnt, wenn Mann "einen gewissen Strukturwandel im geheirateten Oberschenkel" feststellt. Nein, liebe Leute, das ist nicht der richtige Moment, in dem der Heimtrainer statt der neuen Waschmaschine ins Spiel gebracht werden sollte. Jeder weiß natürlich längst, es gibt KEINEN passenden Moment auf den Verfall am Oberbein einer Frau hinzuweisen. Passiert trotzdem immer wieder und ist zu komisch. Niedlich auch, wie er seine Tochter liebevoll mit "Trollprinzessin" betitelt oder den Nachmittag mit der Familie Dinkelkeks beschreibt. Wir wissen genau, wie sich das anfühlt.
In seinen Texten befasst er sich mit wirklich lebenspraktischen Fragen: braucht ein Mann mit zwei Kindern wirklich noch Qualitätssperma? Muss man der Liebsten beim Vorlesen des Einkaufszettels an den Lippen kleben? Kann man in Würde verglatzen? Stefan Schwarz schreibt über sein Leben... über unser Leben. Und das ist zuweilen eben sehr komisch.

Fazit: Wenn man gerade ein wenig wütend über den Liebsten/die Liebste ist, einfach eines von diesen Büchern in die Hand nehmen. Wir machen alle mal Unsinn oder stellen uns doof an. 10 Minuten später könnten wir eigentlich schon darüber herzhaft lachen. Wie Stefan Schwarz beweist. Vergleiche mit Harald Martenstein und Axel Hacke kommen bei ihm ganz von allein.


Ausnahmsweise mal ein Krimi "Sonnensturm" von Asa Larsson

Beim besten Willen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, warum ich dieses Buch gekauft habe. Um Krimis mache ich ja schon lange einen Bogen. Nur ganz wenige aktuelle Bücher dieses Genres haben es in mein Regal geschafft. Am wahrscheinlichsten ist, jemand hat mir "Sonnensturm" ans Herz gelegt. Einen Sturm hat das Buch in mir leider nicht entfacht.

Erzählt wird die Geschichte eines Mordes, oben im hohen Norden. Es schneit die ganze Zeit. Ebenso eisig, wie das Wetter kommt auch die ermittelnde Anwältin Rebekka daher. Dafür gibt es gute Gründe, wie man im Laufe des Krimis erfährt. Ermordet wurde ein früherer Bekannter von ihr, Viktor. Mit dessen Schwester Sanna ist Rebekka seit Kindertagen befreundet und die ruft sie zu Hilfe. Wir sind dabei, wenn Rebekka versucht den Fall zu lösen und sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Der Fall selbst spielt in einer christlichen Sekte. Angereichert wird er eher langweilig mit den erwartbaren Zutaten. Einerseits die zehn Gebote andererseits Völlerei, Ehebruch, Missbrauch etc. Hmm. Da hätte ich mich wirklich über eine neue Facette gefreut.

Gelungen sind die Schilderung der Charaktere und der verschneiten, eiskalten Umgebung. Larsson versteht es, eine gewisse Atmosphäre herbeizuschreiben. Die Geschichte kann da leider nicht mithalten.

Andere, wahrscheinlich Krimikenner, haben das nicht so gesehen. "Sonnensturm" ist der erste Roman von Asa Larsson. Der wurde gleich mit dem schwedischen Krimipreis ausgezeichnet. Er hat sich sehr gut verkauft und stand lange auf der Bestsellerliste.